Waldbronn. „Das Wegkreuz mit der Christusfigur wird mindestens wieder so schön hergerichtet wie es war. Denn das können wir uns doch nicht gefallen lassen“, betonte ein gleichermaßen trotziger wie wütender Bürgermeister Franz Masino vor gut einem Jahr, als in der Nacht im Juni durch Steinwürfe noch immer unbekannter Täter die Christusfigur zerschmettert wurde. Die Freveltat hatte die Menschen in der Region aufgerüttelt und für heftige Reaktionen gesorgt.

Bewusst belassen wurden die Spuren der Steinwürfe am Kreuzbalken. Jetzt konnte bei einer Feierstunde das Wegkreuz an der Stuttgarter Straße mit neuer Christusfigur geweiht werden. Dass die frevelhafte Zerstörung Viele tief betroffen gemacht hatte, zeigte die große Beteiligung bei der Kreuz-Einweihung. Umrahmt wurde die Weihe durch den Musikverein „Lyra“ Reichenbach unter Jochen Mareth mit „fröhlichen Klängen, die Weihe sei ja auch ein fröhlicher Anlass“, wie Bürgermeister Franz Masino betonte. Seinen musikalischen Beitrag steuerte dann ebenfalls der Gesangverein „Concordia“ Reichenbach unter dem Dirigat von Alois Horsch bei.

Waldbronns Bürgermeister erinnerte in seiner Ansprache an den Morgen des 17. Juni 2017, als die Menschen „das Ergebnis einer schändlichen Tat“ kopfschüttelnd betrachteten. Spontan kam eine Spendenaktion zustande und in einer recht kurzen Zeit war die notwendige Summe zusammen und die Arbeiten konnten an die Oberkircher Bildhauer Michael und Tobias Huber vergeben werden. Bereits 2006 hat Michael Huber im Auftrag des Obst- und Gartenbauvereins Reichenbach und mit Hilfe von Sponsoren das aus dem Jahr 1813 stammende Kreuz aufwendig restauriert und mit dem Jesus-Korpus versehen.

Die Gläubigen wollten dieses Kreuz wieder haben, das wurde angesichts der Spendenbereitschaft überdeutlich. Geld floss nicht nur aus der Gemeinde heraus, aus dem ganzen Landkreis gab es finanzielle Beiträge. Viele Privatleute waren darunter und dazu Vereine aus Waldbronn, von Obst- und Gartenbauverein über Kolpingsfamilie bis Lauftreff. Rund 8 000 Euro kamen zusammen. Die Hilfsbereitschaft sei so groß gewesen, dass mit dem Betrag sogar noch das Wegkreuz im Kurpark saniert werden kann.

Zusammen mit dem Schriftzug „Friede“ am Sockel sei die Botschaft eindeutig, befand Schultes Masino. Die Botschaft verheiße Sicherheit und Ruhe ohne Störung durch Gewalt, wie es auf einer Tafel beim Kreuz heißt, die von der Waldbronner Modellbaufirma Mangler gestaltet, gefertigt und gespendet wurde. Das Kreuz, so Pfarrer Ret, sei ein Zeichen der Verbundenheit. Es sei aber auch ein provokantes Zeichen. „Und dieses Kreuz hat jemanden zu dieser Tat provoziert.“ Trotz einer ausgesetzten Belohnung wurden die Täter bislang nicht gefasst. Rets Botschaft richtete sich dennoch gegen Aggression und Hass: Er mahnte, auch in jedem Menschen, mit dem wir uns schwer tun, Jesus Christus zu sehen.

Text von Helmut Zahnleiter und Rainer Obert, mit freundlicher Genehmigung der BNN (24.7.2018)

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Fotos: Mirjam Bartberger