Schon im Jahr 1995 wurde Michael Huber aus Oberkirch mit der Gestaltung eines neuen Kreuzweges beauftragt. Am Palmsonntag 1996 konnte Pfarrer Benz der Gemeinde den neuen Kreuzweg vorstellen. Bei der Einweihung war der Künstler selbst anwesend und erläuterte sein Werk.

Die aus Lindenholz gefertigten Stationstafeln wurden in zwei Ebenen aufgebaut: Im Vordergrund das in Relieftechnik gestaltete Thema und dahinter die „mentale Ebene“, die farbliche Komponente, die das Gefühl ansprechen soll. Die Farben entsprechen der Bedeutung der Farbsymbolik:

Rot ist die Farbe der Liebe, der Zuneigung, des Blutes.
Blau symbolisiert den Glauben und die Treue.
Gelb ist die Farbe der Sonne, des Goldes und der Macht; es ist auch die Farbe des Alten Testamentes.
Weiß ist die allumfassende Farbe, auch die Farbe des NT.

So wurden diese Farben jeweils in ihrer intensiven Aussage in die Stationen eingebunden.

Der untere Abschluss jeder Tafel in Form einer Rundung wurde aus den Rundbogenfenstern der Kirche entnommen. Die so entstandene Konsole enthält jeweils die Stationsnummer und ein Weihekreuz. Eine zusätzliche Tafel stellt die „Auferstehung Jesu“ dar. Sie wurde in der Osternacht geweiht und angebracht.

Oft genug liegt ein Stein auf uns, der uns vom Leben abhält. Dort wo wir leben möchten, sind wir blockiert, da können wir nicht aus uns heraus, da sind wir zu, abgeschnitten von den andern, abgeschnitten vom Leben. An die Auferstehung glauben heißt, darauf vertrauen, dass es keinen Stein mehr gibt, der uns blockieren kann, dass jeder Stein, der uns am Leben hindert, weggewälzt werden kann. Gott selbst weckt auf. Er sendet seinen Engel, den Stein wegzuwälzen, das Grab zu öffnen.

"Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung", so singt ein modernes Lied. Auferstehung will hier und jetzt geschehen, mitten im Tag, mitten im Streit, mitten im Gespräch, mitten in der Begegnung, mitten in meiner Schwäche, in meiner Enttäuschung, in meiner Angst. Auferstehung heißt, dem Leben trauen, aufstehen trotz aller Angst, aufstehen in der Hoffnung, dass der Auferstandene mich an der Hand nimmt und mich ins Leben begleitet. Auferstehung heißt aber auch, aufzustehen gegen alles, was um mich herum Leben behindert, einen Aufstand wagen gegen den Tod, den Menschen um mich herum verbreiten, aufstehen für das Leben, aufstehen in das Leben, aufstehen in Gott hinein, in den Gott des Lebens.

Meditationstexte nach P. Anselm Grün OSB, Münsterschwarzach